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Was kostet KI-Beratung? Formate, Ergebnisse und Preislogik

Von Philip Schenk-Hana Stand: 17. Juli 2026
Kurz beantwortet

KI-Beratung gibt es in drei Grundformaten: Workshop (Orientierung und Use-Case-Sammlung, ein bis zwei Tage), Audit oder Potenzialanalyse (strukturierte Prozess- und Datenanalyse, drei bis acht Tage) und Roadmap- bzw. Strategieprojekt (priorisierter Umsetzungsplan, fünf bis fünfzehn Tage). Die Kosten folgen der Logik Tagessatz mal Aufwand: Bei Tagessätzen von grob 650 bis 1.000 Euro liegt ein Workshop meist im niedrigen vierstelligen, eine Roadmap im mittleren vierstelligen bis niedrigen fünfstelligen Bereich.

Mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen nutzt inzwischen KI in ihren Geschäftsprozessen – 54,5 % laut ifo-Konjunkturumfrage vom Mai 2026, nach 40,9 % im Jahr davor. Bemerkenswert an derselben Erhebung: Rund 75 % der KI-nutzenden Unternehmen setzen auf kostenpflichtige externe Lösungen, nur 18,7 % betreiben eigene KI-Systeme. Die meisten KMU kaufen also ein – Tools, Lösungen und eben auch Beratung. Und genau da beginnt das Problem: Wer drei Angebote für „KI-Beratung” einholt, bekommt drei Dokumente, die sich kaum vergleichen lassen. Eines nennt einen Tagessatz, eines einen Paketpreis, eines will erst mal einen Workshop verkaufen.

Dieser Artikel bringt Ordnung in die Preislogik. Er gehört zu unserem Themen-Cluster KI-Kosten & ROI und richtet sich an Geschäftsführung, Operations, IT und Fachbereiche in KMU, die ein KI-Beratungsangebot bewerten oder ein Budget dafür planen müssen. Vorab die wichtigste These, die sich durch den ganzen Text zieht: Tagessätze sind ohne Scope, Ergebnis und Umsetzungsanteil kaum vergleichbar. Ein Angebot für 900 Euro pro Tag kann teurer sein als eines für 1.400 Euro – wenn hinter dem ersten der doppelte Aufwand und ein vages Ergebnis stehen.

Das Problem: Ein Preis ohne Bezugsgröße

„Was kostet KI-Beratung?” ist eine Frage wie „Was kostet ein Handwerker?”. Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an – aber nicht auf irgendetwas Mystisches, sondern auf drei klar benennbare Variablen:

  1. Format und Umfang: Ein zweistündiges Erstgespräch, ein Tagesworkshop und ein vierwöchiges Audit sind drei völlig verschiedene Produkte.
  2. Wer berät: Selbstständige Einzelberater:innen kalkulieren anders als Beratungshäuser mit angestellten Teams, Vertrieb und Overhead.
  3. Was am Ende vorliegt: Ein Foliensatz mit Ideen, ein priorisierter Maßnahmenplan mit Aufwandsschätzungen oder ein lauffähiger Prototyp sind unterschiedlich viel wert – und unterschiedlich teuer in der Erstellung.

Das typische Muster, das ich in Erstgesprächen sehe: Ein KMU hat ein Angebot über einen fünfstelligen Betrag auf dem Tisch und kann nicht beurteilen, ob das angemessen ist – weil im Angebot weder steht, wie viele Tage dahinterstecken, noch was konkret geliefert wird. Die Bewertung scheitert nicht am Preis, sondern an der fehlenden Bezugsgröße.

Begriffe und Abgrenzung

Damit wir über dasselbe reden:

  • KI-Beratung meint hier: externe Unterstützung bei der Frage, wo und wie KI im Unternehmen sinnvoll eingesetzt wird – von der Analyse über die Priorisierung bis zur Begleitung der Umsetzung. Nicht gemeint sind reine Software-Lizenzen oder der Kauf einer fertigen KI-Lösung.
  • Beratung vs. Umsetzung: Beratung endet klassisch mit Empfehlungen; Umsetzung baut. Viele Anbieter (auch ich) machen beides – der Umsetzungsanteil ist aber ein zentraler Preisfaktor und muss im Angebot erkennbar sein.
  • Beratung vs. Schulung: Eine Schulung vermittelt Kompetenzen im Team, eine Beratung löst ein konkretes unternehmerisches Problem. Beide werden oft kombiniert, folgen aber anderer Preislogik (Schulung: pro Gruppe/Tag; Beratung: pro Projekt/Aufwand).

Welche Beratungsformate gibt es?

In der Praxis haben sich drei Grundformate etabliert, plus zwei begleitende:

1. Workshop (ein bis zwei Tage). Kompaktformat für Orientierung: Wo stehen wir, welche Use Cases gibt es bei uns, was ist realistisch? Gut als Einstieg, wenn intern noch kein gemeinsames Bild existiert. Ergebnis: dokumentierte Use-Case-Sammlung mit erster Priorisierung. Grenze: Ein Workshop analysiert nicht in der Tiefe – er strukturiert, was die Teilnehmenden bereits wissen.

2. Audit / Potenzialanalyse (drei bis acht Tage). Der Berater schaut sich Prozesse, Datenlage und Systeme strukturiert an – mit Interviews, Prozessaufnahme und Bewertung. Ergebnis: schriftlicher Bericht mit identifizierten Schwachstellen, bewerteten Automatisierungs- und KI-Potenzialen und konkreten Handlungsempfehlungen. Das ist das Format mit dem besten Verhältnis aus Tiefe und Kosten, wenn du wissen willst, ob sich KI bei euch überhaupt lohnt – und wo.

3. Roadmap / Strategieprojekt (fünf bis fünfzehn Tage). Baut meist auf einem Audit auf und beantwortet: Was setzen wir in welcher Reihenfolge um, mit welchem Aufwand, welchen Abhängigkeiten und welchen Entscheidungspunkten? Ergebnis: priorisierter Umsetzungsplan mit Aufwands- und Kostenschätzung je Maßnahme. Sinnvoll, wenn mehrere Use Cases im Raum stehen und Budget verteilt werden muss.

Begleitend: Sparring/Retainer (regelmäßige Beratungsstunden, z. B. monatlich, für laufende Entscheidungen) und Umsetzungsbegleitung (Prototyping, Tool-Auswahl, Steuerung von Dienstleistern) – beides läuft üblicherweise nach Aufwand oder als monatliches Kontingent.

Meine Position dazu: Für die meisten KMU ist die Reihenfolge Workshop-zuerst falsch herum, wenn schon konkrete Prozessprobleme bekannt sind. Wer weiß, dass die Angebotserstellung drei Tage dauert oder das Backoffice in E-Mails ertrinkt, braucht keinen Ideen-Workshop, sondern ein fokussiertes Audit genau dieser Prozesse. Der Workshop lohnt sich vor allem, wenn Führungskreis und Fachbereiche noch kein gemeinsames Verständnis haben.

Was kosten Workshop, Audit oder Roadmap? Ein Rechenmodell

Vorab in aller Deutlichkeit: Es gibt keine amtliche Preisliste für KI-Beratung. Jede konkrete Zahl, die dir ein Artikel als „den Marktpreis” verkauft, ist eine Setzung. Deshalb rechne ich hier transparent vor, statt Preise zu behaupten – du kannst jede Annahme durch deine eigene ersetzen.

Annahme 1 – Stundensatz: Laut Freelancer-Kompass 2026 (Befragung von über 5.400 Freelancern im DACH-Raum) liegt der Median-Stundensatz von IT-Freelancern bei 95 Euro; je nach Fachgebiet reicht der Median von 90 Euro (Software-/Webentwicklung) über 100 Euro (Data & Analytics) bis 120 Euro (SAP/ERP). Als Bandbreite für selbstständige KI-Berater:innen setze ich daher 80–120 Euro pro Stunde an.

Annahme 2 – Tagessatz: Bei 8 Stunden pro Tag ergibt das rechnerisch 640–960 Euro; ich runde auf 650–1.000 Euro pro Tag. Beratungshäuser mit angestellten Teams, Vertrieb und Overhead kalkulieren strukturell höher – dort können die Tagessätze deutlich über dieser Bandbreite liegen. Prüfe im Zweifel, wessen Zeit du wirklich bezahlst.

Annahme 3 – Aufwand je Format: inklusive Vor- und Nachbereitung, die viele Angebote unterschlagen. Ein Workshop-Tag ohne Vorbereitung ist keiner.

FormatAufwand (Annahme)Modellrechnung bei 650–1.000 €/TagTypisches Ergebnis
Erstgespräch1–2 hhäufig kostenlos bis niedrig dreistelligEinschätzung, ob es überhaupt ein Fall für Beratung ist
Workshop2–4 Tage (1–2 Durchführung + 1–2 Vor-/Nachbereitung)ca. 1.300–4.000 €Use-Case-Liste mit Priorisierung, dokumentiert
Audit / Potenzialanalyse3–8 Tageca. 2.000–8.000 €Bericht: Schwachstellen, Potenziale, Handlungsempfehlungen
Roadmap / Strategieprojekt5–15 Tageca. 3.300–15.000 €Priorisierter Plan mit Aufwands-/Kostenschätzung je Maßnahme
Sparring / Retainer1–4 Tage/Monatca. 650–4.000 €/MonatLaufende Entscheidungsunterstützung

Das ist eine Modellrechnung, keine Preisauskunft: Ein sehr fokussiertes Audit eines einzelnen Prozesses kann unter der Bandbreite liegen, eine Roadmap für ein Unternehmen mit fünf Standorten und Legacy-IT deutlich darüber. Genau deshalb ist die wichtigste Frage an jedes Angebot: Welcher Aufwand steckt hinter dem Preis, und welche Annahmen stecken hinter dem Aufwand?

Zur Einordnung der Gegenrichtung: Wenn ein Anbieter eine „KI-Strategie” für 990 Euro Festpreis verspricht, sagt dir das Rechenmodell, dass dafür realistisch ein bis anderthalb Arbeitstage zur Verfügung stehen – inklusive aller Gespräche und Dokumentation. Das kann ein guter Kickstart sein. Eine belastbare Strategie ist es nicht.

Welche Ergebnisse sind enthalten?

Der Preis eines Beratungsformats ist nur die halbe Information – die andere Hälfte ist das zugesagte Ergebnis (Deliverable). Bestehe darauf, dass es schriftlich im Angebot steht. Als Mindeststandard:

  • Workshop: dokumentierte Ergebnisse (nicht nur Fotos von Whiteboards), Use-Case-Liste mit Bewertungslogik, klare Empfehlung für den nächsten Schritt.
  • Audit: schriftlicher Bericht mit Analyse der Ist-Situation, benannten Schwachstellen und betriebsindividuellen, umsetzbaren Handlungsempfehlungen. Das ist übrigens genau der Standard, den auch die BAFA-Förderrichtlinie für förderfähige Beratungen verlangt – Analyse, Schwachstellenbenennung und konkrete Handlungsempfehlungen mit Umsetzungsanleitung. Ein guter Maßstab, unabhängig davon, ob du förderst.
  • Roadmap: priorisierte Maßnahmen mit je einer Aufwands- und Kostenschätzung, Abhängigkeiten und Entscheidungspunkten – so konkret, dass du damit Budget beantragen oder Angebote für die Umsetzung einholen kannst.

Warnsignale: Ergebnisse, die nur als „Impulse”, „Insights” oder „Empfehlungen” beschrieben werden, ohne Format und Tiefe zu nennen. Und Roadmaps, deren letzte Seite zufällig exakt die Leistungen des Beratungshauses als nächste Schritte empfiehlt – Konzeptberatung, die primär den eigenen Folgeauftrag vorbereitet, ist ein strukturelles Problem der Branche.

Welche Zusatzkosten entstehen?

Der Beratungspreis ist fast nie der Gesamtpreis. Kalkuliere diese Posten mit ein:

  • Eigene interne Zeit. Interviews, Workshops, Datenbereitstellung, Feedback-Schleifen: Als Faustregel aus meiner Projektpraxis solltest du intern Zeit in ähnlicher Größenordnung wie die gebuchten Beratertage einplanen – verteilt auf mehrere Köpfe. Ein Audit, für das niemand im Haus Zeit hat, liefert ein schlechtes Ergebnis, egal was es kostet.
  • Tool- und Modellkosten. KI-Lizenzen, API-Nutzung, ggf. neue Software – laut ifo-Umfrage setzen rund 75 % der KI-nutzenden Unternehmen auf kostenpflichtige externe Lösungen; diese laufenden Kosten gehören ins Budget, nicht in die Fußnote.
  • Umsetzungskosten. Die Beratung sagt dir, was zu tun ist – das Bauen kostet extra und übersteigt die Beratungskosten oft um ein Mehrfaches. Wie du das Gesamtbudget aufsetzt, behandeln wir gesondert im Cluster KI-Kosten & ROI.
  • Reise- und Nebenkosten. Bei Vor-Ort-Terminen üblich; klären, ob sie im Preis enthalten sind.
  • Betrieb und Pflege. Prompts, Workflows und Integrationen brauchen laufende Betreuung – ohne die degradieren Ergebnisse schleichend.

Förderung: BAFA-Zuschuss für Beratung (Stand Juli 2026)

Für KMU relevant: Über das Programm „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU” bezuschusst das BAFA Beratungen zu wirtschaftlichen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung. Die Eckdaten laut Förderrichtlinie: Förderfähig sind Beratungskosten bis maximal 3.500 Euro (Bemessungsgrundlage); der Zuschuss beträgt in den alten Bundesländern (inkl. Berlin und Region Leipzig) 50 % (max. 1.750 Euro), in den neuen Bundesländern (mit Regionen Lüneburg und Trier) 80 % (max. 2.800 Euro). Maximal zwei Beratungen pro Jahr und fünf innerhalb der Richtlinienlaufzeit; die Beratung darf höchstens fünf Tage dauern und muss von beim BAFA registrierten Berater:innen durchgeführt werden. Die aktuelle Richtlinie läuft bis zum 31. Dezember 2026. Wichtig: Kein Rechtsanspruch, Kumulierung mit anderen öffentlichen Zuschüssen ist ausgeschlossen, und die Details (Antragsweg, Berichtspflichten) stehen in Richtlinie und Merkblättern – das hier ist keine Förder- oder Rechtsberatung. Für ein fokussiertes Audit im KMU kann der Zuschuss aber einen relevanten Teil der Kosten abdecken.

Wie vergleicht man Angebote?

Nicht über den Tagessatz. Ein niedriger Tagessatz bei doppeltem Aufwand und vagem Ergebnis ist das teuerste Angebot im Stapel. Nutze stattdessen diese Vergleichsmatrix – Angebot nebeneinanderlegen, Zeile für Zeile ausfüllen:

KriteriumLeitfrageWarnsignal
ErgebnisWas liegt am Ende konkret vor (Dokument, Plan, Prototyp)?„Impulse”, „Insights” ohne definiertes Format
ScopeWelche Prozesse/Bereiche sind drin – und welche explizit nicht?Kein Ausschluss benannt („wir schauen uns alles an”)
AufwandWie viele Tage stecken im Preis, inkl. Vor-/Nachbereitung?Nur Paketpreis ohne Aufwandsangabe
UmsetzungsanteilWird nur empfohlen oder auch gebaut (Prototyp, Pilot)?Roadmap empfiehlt exakt die eigenen Folgeleistungen
PersonenWer arbeitet konkret – die Person aus dem Pitch?Senior verkauft, Junior liefert
AnnahmenWelche Annahmen stecken hinter Aufwand und Preis?Preis ohne jede Herleitung
UnabhängigkeitVerdient der Berater an Tool-Empfehlungen mit (Provisionen, Partnerschaften)?Empfehlung läuft immer auf denselben Hersteller hinaus
FolgekostenSind Lizenz-, Umsetzungs- und Betriebskosten adressiert?Gesamtkosten tauchen nirgends auf

Zwei Punkte aus eigener Erfahrung als Anbieter: Erstens ist die Frage nach den Annahmen der schnellste Qualitätstest – wer seinen Aufwand seriös geschätzt hat, kann die Herleitung in zwei Minuten erklären. Zweitens ist ein Anbieter, der dir von einem größeren Format abrät, ein gutes Zeichen. Wenn dein Problem mit zwei Beratungstagen lösbar ist, sollte das Angebot zwei Tage umfassen, nicht zehn.

Vorgehen: In vier Schritten zum passenden Angebot

  1. Problem vor Format. Formuliere zuerst intern, welches Geschäftsproblem gelöst werden soll („Angebotserstellung dauert zu lange”, „wir wissen nicht, wo KI sich bei uns lohnt”) – und lass dir das Format vorschlagen, statt einen „KI-Workshop” auszuschreiben.
  2. Erstgespräch nutzen. Die meisten Anbieter (auch wir) bieten ein kostenloses Erstgespräch. Ziel: klären, ob dein Problem überhaupt Beratung braucht – oder erst mal eine Schulung, ein Tool-Test oder gar nichts.
  3. Zwei bis drei Angebote einholen und mit der Matrix oben vergleichen. Achte darauf, dass alle Anbieter auf dieselbe Problembeschreibung anbieten – sonst vergleichst du wieder Äpfel mit Birnen.
  4. Klein starten, Erfolg messen. Lieber ein fokussiertes Audit eines Prozesses mit messbarem Ergebnis als ein Strategieprogramm über sechs Monate. Was sich bewährt, lässt sich ausweiten; die Entscheidungslogik dafür gehört dann in Budget- und ROI-Planung.

Risiken und Grenzen

Ehrlichkeit gehört dazu – auch über die Grenzen von Beratung selbst:

  • Beratung ersetzt keine Umsetzung. Der häufigste Fehlkauf ist die dritte Analyse in Folge, während der erste Prozess immer noch nicht automatisiert ist. Wenn schon zwei Berichte in der Schublade liegen: Umsetzen, nicht neu analysieren.
  • Keine garantierten Einsparungen. Seriöse Berater:innen nennen Potenziale mit Annahmen und Bandbreiten. Wer dir vorab konkrete Einsparquoten oder einen ROI garantiert, ohne deine Prozesse und Daten zu kennen, rät – bestenfalls.
  • Interessenkonflikte. Anbieter, die an Lizenzen oder Implementierung mitverdienen, sind nicht automatisch schlecht – aber du solltest den Anreiz kennen, bevor du der Tool-Empfehlung folgst.
  • Wissenstransfer einfordern. Wenn nach dem Projekt niemand im Haus versteht, was gebaut oder empfohlen wurde, hast du Abhängigkeit eingekauft, keine Kompetenz. Dokumentation und Übergabe gehören ins Angebot.
  • Zeitpunkt. Wenn intern niemand Kapazität hat, die Ergebnisse aufzunehmen, ist auch die beste Beratung verlorenes Geld. Dann lieber verschieben.

Checkliste: Bevor du ein KI-Beratungsangebot unterschreibst

  • Das Geschäftsproblem ist intern in ein bis zwei Sätzen formuliert
  • Das Format passt zum Problem (Orientierung → Workshop; „Lohnt sich das?” → Audit; „Was zuerst?” → Roadmap)
  • Das Ergebnis ist schriftlich definiert (Dokumenttyp, Inhalt, Tiefe)
  • Aufwand in Tagen inkl. Vor-/Nachbereitung ist ausgewiesen
  • Die Annahmen hinter Aufwand und Preis sind erklärt
  • Umsetzungsanteil und mögliche Folgeaufträge sind transparent
  • Klar ist, welche Personen tatsächlich arbeiten
  • Zusatzkosten sind adressiert: interne Zeit, Lizenzen, Umsetzung, Betrieb
  • BAFA-Förderfähigkeit geprüft (registrierter Berater, Bedingungen der Richtlinie – Stand Juli 2026, Laufzeit bis Ende 2026)
  • Es gibt einen definierten Punkt, an dem ihr entscheidet: weitermachen, anpassen oder stoppen

Wenn du eine konkrete Zahl für euren Fall brauchst: Im Erstgespräch schauen wir uns dein Problem an und geben dir eine ehrliche Einschätzung, welches Format passt und in welchem Kostenrahmen du realistisch planst – auch wenn die Antwort lautet, dass du (noch) keine Beratung brauchst.

Häufige Fragen

Welche Beratungsformate gibt es?

Drei Grundformate: Workshop (ein bis zwei Tage, Orientierung und Use-Case-Sammlung), Audit bzw. Potenzialanalyse (drei bis acht Tage, strukturierte Analyse von Prozessen und Daten mit priorisierten Empfehlungen) und Roadmap- oder Strategieprojekt (fünf bis fünfzehn Tage, konkreter Umsetzungsplan mit Aufwandsschätzungen). Dazu kommen begleitende Formate wie Sparring oder Umsetzungsbegleitung, die meist nach Aufwand laufen.

Was kosten Workshop, Audit oder Roadmap?

Als Modellrechnung bei Tagessätzen von 650 bis 1.000 Euro (abgeleitet aus IT-Freelancer-Stundensätzen von 80 bis 120 Euro): Workshop inklusive Vor- und Nachbereitung etwa 1.300 bis 4.000 Euro, Audit etwa 2.000 bis 8.000 Euro, Roadmap etwa 3.300 bis 15.000 Euro. Beratungshäuser mit angestellten Teams und Overhead liegen typischerweise darüber. Entscheidend ist nicht der Tagessatz, sondern das Ergebnis pro Euro.

Welche Ergebnisse sind enthalten?

Das muss im Angebot stehen – sonst ist es nicht vergleichbar. Ein Workshop sollte mindestens eine dokumentierte Use-Case-Liste mit erster Priorisierung liefern, ein Audit einen schriftlichen Bericht mit Schwachstellen und konkreten Handlungsempfehlungen, eine Roadmap einen priorisierten Plan mit Aufwands- und Kostenschätzung je Maßnahme. Reine Foliensätze ohne umsetzbare nächste Schritte sind ein Warnsignal.

Welche Zusatzkosten entstehen?

Typisch sind eigene interne Zeit (oft in ähnlicher Größenordnung wie die Beratertage), Lizenz- und Nutzungskosten für Tools und KI-Modelle, Umsetzungskosten für die eigentliche Implementierung, gegebenenfalls Reisekosten sowie Folgekosten für Betrieb und Pflege. Seriöse Angebote benennen diese Posten; Angebote, die nur den Beratungspreis zeigen, unterschätzen die Gesamtkosten fast immer.

Wie vergleicht man Angebote?

Nicht über den Tagessatz, sondern über vier Fragen: Was ist das konkrete, schriftlich zugesagte Ergebnis? Wie hoch ist der Umsetzungsanteil gegenüber reiner Konzeption? Welche Annahmen stecken hinter Aufwand und Preis? Und wer macht die Arbeit tatsächlich – die Person aus dem Erstgespräch oder ein Junior-Team? Ein niedriger Tagessatz mit doppeltem Aufwand ist teurer als ein hoher mit klarem Scope.

Quellen

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