DSGVO-konformCookieless & ohne TrackingEU-DatenhaltungMade in Germany · BerlinInhabergeführt
DSGVO-konformCookieless & ohne TrackingEU-DatenhaltungMade in Germany · BerlinInhabergeführtDSGVO-konformCookieless & ohne TrackingEU-DatenhaltungMade in Germany · BerlinInhabergeführt

n8n vs. Power Automate: Offene Plattform oder Microsoft-Ökosystem?

Von Philip Schenk-HanaStand: 17. Juli 2026
Kurz beantwortet

n8n und Power Automate lösen dasselbe Grundproblem mit gegensätzlicher Philosophie. Power Automate ist Teil des Microsoft-Ökosystems und rechnet pro Nutzer:in ab, stark, wenn dein Betrieb auf Microsoft 365, SharePoint und Dataverse läuft. n8n ist eine offene, API-first-Plattform mit Cloud- und Self-Hosting-Option und Abrechnung pro Workflow-Lauf, stärker bei heterogenen SaaS-Landschaften, eigener Logik und Datenkontrolle. Die Entscheidung hängt weniger vom Funktionsumfang ab als davon, wie Microsoft-zentriert dein Systemlandschaft heute schon ist.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Power Automate rechnet pro Nutzer:in ab und glänzt im Microsoft-365-Umfeld.
  • n8n ist API-first, rechnet pro Workflow-Lauf ab und lässt sich selbst hosten.
  • Entscheidend ist, wie Microsoft-zentriert deine Systemlandschaft heute schon ist.
  • Rechne beide Lizenzmodelle mit deinem eigenen Mengengerüst durch.

Worum es geht und für wen

n8n und Power Automate lösen auf den ersten Blick dasselbe Problem. Sie verbinden Systeme und automatisieren wiederkehrende Abläufe, ohne dass du für jede Verbindung Individualsoftware baust. Der Unterschied liegt nicht im “Was”, sondern im “Wo”. Power Automate ist ein Baustein der Microsoft Power Platform. Es ist stark dort, wo Microsoft 365, SharePoint, Teams und Dataverse schon das Rückgrat der IT bilden. n8n ist eine eigenständige, API-first-Plattform ohne festes Mutter-Ökosystem.

Es verbindet sich mit praktisch jedem System, Cloud-gehostet oder auf eigener Infrastruktur.

Diese Herkunft prägt fast jede praktische Konsequenz. Sie bestimmt, welche Systeme sich am einfachsten anbinden lassen, wie abgerechnet wird, wer die Workflows bauen und pflegen kann und wie Governance organisiert ist. Microsoft-zentrierte Teams haben andere Anforderungen als Unternehmen mit heterogener SaaS-Landschaft. Genau daran sollte sich die Tool-Wahl orientieren, nicht an einem pauschalen “besser oder schlechter”.

Dieser Artikel richtet sich an Geschäftsführung, Operations, IT und Fachbereiche in KMU, die vor dieser Entscheidung stehen. Er gehört zu unserer Übersicht über Automatisierungstools und Integrationen.

Transparenz vorweg: Ich arbeite in Kundenprojekten überwiegend mit n8n. Viele meiner B2B-Fälle betreffen heterogene Tool-Landschaften jenseits von Microsoft 365, und Datenkontrolle über Self-Hosting ist oft ein Kriterium. Für Unternehmen, die konsequent im Microsoft-Ökosystem arbeiten, ist Power Automate häufig die naheliegendere und pragmatischere Wahl. Das benenne ich unten so klar wie meine eigene Position.

Begriffe kurz geklärt

Die folgenden 5 Begriffe brauchst du für den Rest des Vergleichs.

  • n8n ist eine Workflow-Plattform unter Fair-Code-Lizenz. Laut n8n-Doku gibt es sie als gehostete n8n Cloud und als selbst betreibbare, kostenlose Community Edition. Workflows bestehen aus Nodes, die Daten von Schritt zu Schritt weiterreichen; eine Execution ist ein kompletter Workflow-Durchlauf.

  • Power Automate ist Microsofts Automatisierungsprodukt in der Power Platform, neben Power Apps, Power BI und Power Pages. Laut Microsoft-Doku unterscheidet es Cloud Flows und Desktop Flows. Cloud Flows starten durch Ereignisse oder Zeitpläne und laufen in der Cloud. Desktop Flows sind RPA, die Bedienoberflächen automatisieren, “attended” mit menschlicher Unterstützung oder “unattended” vollautomatisch.

  • Konnektor heißt bei Power Automate die typisierte Anbindung an eine API. Microsoft unterscheidet laut Doku zertifizierte, benutzerdefinierte (custom) und virtuelle Konnektoren sowie inzwischen auch MCP-Konnektoren für generative KI.

  • Dataverse ist die Datenplattform der Power Platform: die zentrale Datenbank, auf der Power Apps, Power Automate und Copilot Studio gemeinsam aufsetzen können.

  • Data Loss Prevention (DLP) sind laut Microsoft-Doku Richtlinien, mit denen Admins festlegen, welche Konnektoren in welcher Kombination erlaubt sind. So lässt sich etwa verhindern, dass Geschäftsdaten über einen nicht freigegebenen Konnektor abfließen.

Beide Tools grenzen sich von reiner RPA ohne API-Anbindung ab und von Individualentwicklung: Sie sind Middleware zwischen bestehenden Systemen. Mehr Grundlagen dazu bündelt die Übersicht Tools und Integrationen.

Wie unterscheiden sich Ökosysteme?

Power Automate ist kein eigenständiges Produkt, sondern integraler Teil der Microsoft Power Platform. Laut Microsoft-Doku greift es nativ auf Microsoft 365, SharePoint, Teams, Outlook und Dataverse zu. Es lässt sich in Solutions bündeln für sauberes Application-Lifecycle-Management und wird zentral über das Power Platform Admin Center verwaltet. Wer schon mit Microsoft 365 arbeitet, bekommt Benutzerverwaltung, Rechte und viele Kernsysteme quasi geschenkt. Die Anbindung ist keine zusätzliche Integrationsarbeit, sie ist schon da.

n8n hat kein festes Mutter-Ökosystem. Es ist laut eigener Doku ein „fair-code lizenziertes Workflow-Automatisierungstool, das KI-Fähigkeiten mit Business-Process-Automatisierung verbindet“. Es spricht mit jedem System, das eine API oder einen Webhook anbietet, unabhängig vom Hersteller. Das macht es zum natürlichen Werkzeug für heterogene Landschaften: ein CRM von Anbieter A, ein Buchhaltungssystem von Anbieter B, ein Webshop von Anbieter C, dazwischen eigene Datenbanken. Genau darum geht es in diesem Vergleich. Microsoft-zentrierte Teams haben andere Anforderungen als heterogene SaaS-Landschaften, und beide Tools sind für diese unterschiedlichen Ausgangslagen gebaut.

Meine Einordnung: Die Frage “Welches Ökosystem-Tool ist besser?” führt in die Irre. Die richtige Frage lautet: “Wie viel unserer Systemlandschaft ist heute Microsoft, und wie viel bleibt es in den nächsten Jahren?” Je klarer die Antwort “fast alles” ausfällt, desto stärker spricht das für Power Automate. Je heterogener die Antwort, desto eher lohnt ein Tool ohne Herstellerbindung.

Wann ist Power Automate naheliegend?

3 Situationen sprechen laut den geprüften Quellen besonders klar für Power Automate:

  1. Microsoft 365 ist bereits das Arbeitswerkzeug. Genehmigungen über SharePoint-Listen, Meldungen in Teams, Formulare, die in Excel oder Dataverse landen: Laut Microsoft-Doku sind das die Kern-Anwendungsfälle, für die Cloud Flows von Anfang an gedacht sind. Die Konnektoren dafür sind zertifiziert und werden von Microsoft selbst gepflegt.

  2. Desktop-Automatisierung (RPA) ist gefragt. Wo Altsysteme keine API bieten und Menschen Oberflächen von Hand bedienen, bietet Power Automate mit Desktop Flows eine Lösung, die n8n so nicht mitbringt. Das sind attended Flows mit menschlicher Unterstützung oder unattended Flows, die laut Microsoft-Preisseite pro Bot lizenziert werden.

  3. Zentrale IT-Governance über mehrere Low-Code-Produkte ist gefordert. Wer ohnehin Power Apps oder Power BI im Haus hat, bekommt ein gemeinsames Admin Center, gemeinsame Umgebungen und tenant-weite DLP-Richtlinien für alle Power-Platform-Produkte zugleich. Governance muss so nicht für jedes Automatisierungstool separat entstehen.

Wichtig für die Einordnung: Standard-Konnektoren sind laut Microsoft-Preisseite nur im kostenlosen Testzeitraum enthalten. Für den produktiven Einsatz braucht es mindestens den Premium-Plan. “Kostenlos dabei” ist Power Automate in einer Microsoft-365-Lizenz also nur eingeschränkt.

Wie flexibel ist n8n bei APIs?

n8n ist dort im Vorteil, wo Power Automate an Grenzen stößt: bei Systemen ohne zertifizierten Microsoft-Konnektor und bei Logik, die sich nicht in fertige Bausteine pressen lässt.

Generische API-Anbindung als Standardweg. n8n arbeitet API-first: Auch ohne fertigen Node lässt sich jede REST-Schnittstelle über einen generischen HTTP-Request-Node ansprechen. Bei Power Automate ist der vergleichbare Weg ein benutzerdefinierter Konnektor. Das ist technisch möglich, laut Microsoft-Doku aber mit eigenem Registrierungs- und teils Zertifizierungsprozess verbunden, sobald er im Unternehmen breiter verfügbar sein soll.

Der Code-Node als Ausweichoption. n8n erlaubt laut Doku eigenen Code in 2 Sprachen, JavaScript und Python, direkt im Workflow. Damit transformierst du Daten oder ergänzt Logik, die eingebaute Nodes nicht abdecken. Auf n8n Cloud sind externe Programmbibliotheken eingeschränkt; volle Freiheit inklusive Drittbibliotheken gibt es nur selbst gehostet. Power Automate kennt mit “Power Fx”-Ausdrücken und Cloud-Flow-Aktionen ebenfalls Wege für eigene Logik, bleibt dabei aber näher am Low-Code-Modell.

Selbst gehostet volle Kontrolle. Wer n8n als Community Edition selbst betreibt, hat laut Doku vollen Zugriff auf Infrastruktur, Datenverarbeitung und Erweiterbarkeit. Für Power Automate gibt es keine vergleichbare Self-Hosting-Option; es läuft nur in der Microsoft-Cloud.

Meine Einordnung: Für Teams mit mindestens einer technisch versierten Person, die APIs und einfache Skripte versteht, zahlt sich die Flexibilität von n8n bei jeder Sonderanforderung aus. Für Fachbereiche ohne diese Ressource ist der geführte, stärker standardisierte Weg von Power Automate oft realistischer.

Welche Governance zählt?

Governance ist der Bereich, in dem Power Automate seinen Ökosystem-Vorteil am deutlichsten ausspielt. Laut Microsoft-Doku wirken Data-Loss-Prevention-Richtlinien als Guardrails. Admins klassifizieren Konnektoren in Kategorien wie “Business” und “Non-Business” und legen fest, welche Kombinationen in einem Flow erlaubt sind. Verstößt ein Flow gegen die Richtlinie, landet er laut Doku in einem gesperrten Zustand und läuft nicht mehr. Die Durchsetzung greift zentral über alle Umgebungen eines Tenants, mit einer Latenz von laut Microsoft meist unter 1 Stunde, im Extremfall bis zu 24 Stunden.

Das ist ein mächtiges Werkzeug für Organisationen mit vielen Fachbereichs-“Makern”, die selbst Flows bauen dürfen. Die IT muss nicht jeden einzelnen Flow prüfen, sondern definiert Leitplanken, die automatisch greifen.

n8n bietet Governance-Funktionen wie Rollen, Projekte, Umgebungen, externe Secrets und SSO laut Doku in den kostenpflichtigen Cloud- und Enterprise-Editionen. In der kostenlosen Community Edition fehlen diese Funktionen. Bei Self-Hosting liegt die technische Absicherung, also Zugriffskontrolle, Netzwerksicherheit und Patch-Management, zusätzlich komplett in der eigenen Verantwortung, ohne das zentrale DLP-Modell von Power Automate.

Praktische Konsequenz: Für Unternehmen mit vielen Fachbereichs-Bauenden und dem Wunsch nach zentraler, automatisch durchgesetzter Richtlinienkontrolle ist das Power-Platform-Modell strukturell reifer. Kleine Teams mit wenigen, klar verantworteten Workflows erreichen vergleichbare Sicherheit auch mit n8n. Dann aber stärker durch organisatorische Disziplin als durch automatische Plattform-Richtlinien.

Wie unterscheiden sich Lizenzen?

Die Lizenzmodelle folgen der jeweiligen Plattform-Logik und sind kaum direkt vergleichbar. Ein Grund mehr, das eigene Mengengerüst durchzurechnen, statt Listenpreise zu vergleichen.

Power Automate lizenziert überwiegend pro Nutzer:in oder pro Bot. Laut Microsoft-Preisseite (Stand Juli 2026) kostet Power Automate Premium 15 US-Dollar pro Nutzer:in und Monat bei jährlicher Zahlung. Enthalten sind Cloud Flows, attended Desktop Flows sowie ein begrenztes Kontingent an Dataverse- und Dateispeicher. Für unbeaufsichtigte (unattended) Desktop Flows kommt das Process-Modell hinzu: 150 US-Dollar pro Bot und Monat, oder 215 US-Dollar mit einer von Microsoft verwalteten virtuellen Maschine. Wichtig: Ein Bot kann laut Preisseite jeweils nur einen unattended Flow gleichzeitig ausführen. Für parallele Automatisierung braucht es mehrere Bot-Lizenzen.

n8n rechnet in der Cloud pro Workflow-Ausführung ab. Laut n8n-Preisseite starten die Cloud-Pläne bei 20 Euro pro Monat für 2.500 Executions im Starter-Plan.

Der Pro-Plan kostet 50 Euro für 10.000 Executions. Der Business-Plan kostet 667 Euro für 40.000 Executions und bringt Self-Hosting-Option, SSO und Versionskontrolle mit; Enterprise ist Verhandlungssache. Dazu kommt die kostenlose, selbst gehostete Community Edition ohne nutzungsabhängige Lizenzkosten. Dafür trägst du Infrastruktur und Betrieb selbst.

Was das praktisch bedeutet: Ein Unternehmen mit 30 Mitarbeitenden, die alle gelegentlich Flows nutzen, zahlt bei Power Automate potenziell für 30 Nutzer-Lizenzen, auch wenn nur wenige aktiv Workflows bauen. Bei n8n zählt nicht die Zahl der Menschen, sondern die Zahl der Workflow-Läufe. Ein einzelner, häufig laufender Prozess kann teurer werden als bei Power Automate; viele Nutzer:innen mit wenigen Workflows sind dagegen oft günstiger. Rechne dein konkretes Szenario mit beiden Modellen durch: Zahl der Nutzer:innen, Zahl der Workflows, Läufe pro Tag. Und prüfe die aktuellen Preisseiten, denn beide Modelle haben sich in der Vergangenheit schon verändert.

Entscheidungsmatrix nach Kriterien

Die Matrix fasst den Vergleich nach Entscheidungskriterien zusammen, nicht nach Feature-Listen. “Vorteil” heißt hier: für ein typisches KMU-Szenario, nicht in jedem Einzelfall.

  • Ökosystem-Anbindung. n8n: kein festes Mutter-Ökosystem, API-first. Power Automate: nativ in Microsoft 365, SharePoint, Teams und Dataverse. Vorteil Power Automate, wenn die IT-Landschaft Microsoft-zentriert ist.

  • Integrationsweg ohne fertigen Konnektor. n8n: generischer HTTP-Request-Node. Power Automate: benutzerdefinierter Konnektor mit Registrierung oder Zertifizierung. Vorteil n8n bei heterogenen, nicht zertifizierten Systemen.

  • Eigene Logik. n8n: Code-Node mit JavaScript und Python, voll bei Self-Hosting. Power Automate: Power-Fx-Ausdrücke, näher am Low-Code-Modell. Vorteil n8n, sobald komplexe Sonderlogik nötig ist.

  • Desktop- und RPA-Automatisierung. n8n: nicht vorgesehen. Power Automate: attended und unattended Desktop Flows als eigenes Produktsegment. Vorteil Power Automate bei Altsystemen ohne API.

  • Lizenzmodell. n8n: pro Workflow-Ausführung (Execution). Power Automate: pro Nutzer:in oder pro Bot. Der Vorteil hängt vom Verhältnis Nutzerzahl zu Workflow-Volumen ab.

  • Einstiegskosten (Stand 07/2026). n8n: Cloud ab 20 Euro pro Monat, Self-Hosting kostenlos möglich. Power Automate: Premium ab 15 US-Dollar pro Nutzer:in und Monat. Vorteil n8n bei wenigen Nutzer:innen und vielen Workflows.

  • Self-Hosting und Datenkontrolle. n8n: Community Edition auf eigener Infrastruktur. Power Automate: nicht verfügbar, läuft nur in der Microsoft-Cloud. Vorteil n8n, wenn Daten im eigenen Haus bleiben müssen.

  • Zentrale Governance. n8n: Rollen und SSO in Bezahl-Editionen, Betrieb selbst verantwortet. Power Automate: DLP-Richtlinien tenant-weit über alle Power-Platform-Produkte. Vorteil Power Automate bei vielen Fachbereichs-“Makern”.

  • Bedienung für den Fachbereich ohne IT. n8n: technischeres UI, mehr Einarbeitung. Power Automate: vertraute Microsoft-Bedienung, geführter Einstieg. Vorteil Power Automate für Nicht-Techniker im Microsoft-Umfeld.

Kurzentscheidung in 3 Fragen:

  1. Läuft eure IT-Landschaft heute schon überwiegend auf Microsoft 365 und der Power Platform? Bei einem klaren Ja liegt Power Automate nahe; bei einer heterogenen Landschaft prüfst du n8n.
  2. Braucht ihr Desktop- oder RPA-Automatisierung für Systeme ohne API? Falls ja: Power Automate hat dafür ein eigenes Produktsegment, n8n nicht.
  3. Müssen Workflow-Daten zwingend auf eigener Infrastruktur bleiben? Falls ja: n8n Self-Hosting; Power Automate scheidet aus.

Umsetzung: So entscheidest du belastbar

Statt Feature-Tabellen zu studieren, empfehle ich einen Pilotvergleich mit echtem Prozess. So gehe ich auch in Beratungsprojekten vor:

  1. Systemlandschaft ehrlich kartieren. Liste die 10 Systeme, mit denen automatisiert werden soll, und markiere, wie viele davon Microsoft-Produkte sind. Das ist der wichtigste einzelne Indikator für diese Entscheidung.

  2. Einen echten, mittelschweren Prozess auswählen. Nicht den einfachsten und nicht den härtesten. Typisch: Formular-Eingang, Prüfung und Anreicherung in einem Fachsystem, Benachrichtigung, Ablage.

  3. Mengengerüst notieren. Wie viele Nutzer:innen sollen Workflows bauen oder auslösen, und wie oft läuft der Prozess pro Tag? Damit rechnest du beide Lizenzmodelle konkret durch, statt Listenpreise zu vergleichen.

  4. Beide Tools mit dem Pilotprozess testen. Power Automate im Rahmen einer vorhandenen Microsoft-365-Lizenz oder Testphase, n8n als Cloud-Trial oder Docker-Testinstallation. Denselben Prozess in beiden bauen, auch als Test, wer im Team womit zurechtkommt.

  5. Governance-Anforderung klären. Wie viele Menschen sollen selbst Flows bauen dürfen, und wer verantwortet Datenschutz und Zugriffe? Das entscheidet, ob DLP-Richtlinien oder eigenverantwortete Rollen und Self-Hosting-Absicherung besser passen.

Wenn du dabei Unterstützung willst, von der Tool-Entscheidung bis zum ersten produktiven Workflow, schau dir unsere KI- und Automatisierungsberatung an oder buch ein unverbindliches Erstgespräch. Für Teams, die n8n selbst betreiben wollen, bieten wir außerdem Schulungen an.

Risiken & Grenzen

  • Lock-in gibt es in beide Richtungen. Workflows sind zwischen beiden Plattformen nicht portierbar; ein späterer Wechsel bedeutet Neubau. Ein sauberer Pilotvergleich vor der Entscheidung ist günstiger als eine spätere Migration.

  • Power Automate ohne Microsoft-365-Basis verliert seinen Kernvorteil. Wer die native Integration nicht nutzt, weil die Systemlandschaft anders aussieht, bezahlt für ein Ökosystem, das er nicht braucht.

  • n8n ohne technische Kompetenz im Team wird zum ungenutzten Werkzeugkasten. Code-Node und API-Flexibilität helfen nur, wenn jemand sie bedienen kann oder will.

  • Self-Hosting-Risiko bei n8n. Eine ungepflegte Instanz ohne Updates, Backups und Netzwerkabsicherung ist ein größeres Risiko als jede Cloud-Lösung. Self-Hosting ist ein Betriebsversprechen, kein einmaliges Setup.

  • DLP-Richtlinien ersetzen kein Prozessverständnis. Eine Governance-Struktur verhindert Fehlnutzung, aber keinen schlecht durchdachten Prozess. Der wird automatisiert nur schneller schlecht.

  • Preise und Konnektor-Details veralten. Die genannten Preise und Governance-Mechanismen sind Stand Juli 2026 laut den verlinkten Herstellerseiten. Beide Anbieter haben Preismodelle und Produktabgrenzungen früher schon angepasst. Prüfe vor der Entscheidung die aktuellen Konditionen.

Checkliste: Deine Entscheidung in 9 Punkten

  • Die 10 wichtigsten Systeme aufgelistet und geprüft, wie viele davon Microsoft-Produkte sind.

  • Mengengerüst notiert: Zahl der Nutzer:innen mit Flow-Zugriff, Läufe pro Tag, Workflow-Anzahl.

  • Beide Lizenzmodelle mit dem eigenen Mengengerüst durchgerechnet (Power Automate pro Nutzer:in oder Bot, n8n pro Execution).

  • Geklärt, ob Desktop- oder RPA-Automatisierung für Systeme ohne API gebraucht wird.

  • Geklärt, ob Workflow-Daten das eigene Haus verlassen dürfen; falls nein, den n8n-Self-Hosting-Pfad prüfen.

  • Governance-Anforderung definiert: zentrale DLP-Richtlinien oder eigenverantwortete Rollen und Absicherung.

  • Denselben Pilotprozess in beiden Tools gebaut und den Aufwand verglichen.

  • Bei Self-Hosting eine verantwortliche Person für Updates, Backups und Monitoring benannt.

  • Aktuelle Preisseiten beider Anbieter am Entscheidungstag noch einmal geprüft.

Das Fazit in 2 Sätzen: Je Microsoft-zentrierter deine Systemlandschaft, desto stärker sprechen native Integration und zentrale Governance für Power Automate. Je heterogener deine Tools und je wichtiger Datenkontrolle und eigene Logik, desto stärker spricht die offene API-first-Architektur für n8n.

Häufige Fragen

5 Fragen, kurz beantwortet.

Wie unterscheiden sich Ökosysteme?

Power Automate ist Teil des Power-Platform-Ökosystems und greift nativ auf Microsoft 365, SharePoint, Teams und Dataverse zu, mit Admin Center, Umgebungen und Data-Loss-Prevention-Richtlinien für die Governance. n8n ist ein eigenständiges, API-first-Tool ohne festes Mutter-Ökosystem: Es verbindet sich mit praktisch jedem System über HTTP, bringt aber keine tief integrierte Microsoft-365-Verwaltung mit.

Wann ist Power Automate naheliegend?

Wenn dein Unternehmen bereits auf Microsoft 365 und der Power Platform arbeitet: Genehmigungen in SharePoint, Formulare in Teams, Datenhaltung in Dataverse. Dort sind Konnektoren, Berechtigungen und Admin-Werkzeuge bereits vorhanden, und Fachbereiche kommen mit vertrauter Microsoft-Bedienung schnell voran.

Wie flexibel ist n8n bei APIs?

n8n verbindet sich über generische HTTP-Requests mit praktisch jeder REST-API, unabhängig davon, ob ein fertiger Konnektor existiert. Der Code-Node erlaubt zusätzlich eigenen JavaScript- oder Python-Code für Datenverarbeitung und Sonderlogik, die vorgefertigte Bausteine nicht abdecken, bei Self-Hosting auch mit externen Programmbibliotheken.

Welche Governance zählt?

Power Automate bringt mit Data-Loss-Prevention-Richtlinien, Admin Center und Environment-Verwaltung ein zentrales, unternehmensweites Governance-Modell mit, das über die gesamte Power Platform greift. Bei n8n liegt Governance stärker in deiner eigenen Verantwortung: Rollen, Projekte und SSO gibt es in den Bezahl-Editionen, die technische Absicherung bei Self-Hosting musst du selbst aufbauen.

Wie unterscheiden sich Lizenzen?

Power Automate lizenziert pro Nutzer:in (Premium-Plan) oder pro Bot für unbeaufsichtigte Desktop-Flows, laut Microsoft-Preisseite ab 15 US-Dollar pro Nutzer:in und Monat. n8n rechnet in der Cloud pro Workflow-Ausführung ab, beginnend bei 20 Euro pro Monat, und bietet zusätzlich eine kostenlose Community Edition zum Selbst-Hosten ohne nutzungsabhängige Lizenzkosten.

Quellen

Weiterlesen

2 passende Artikel aus dem Wissen-Bereich.

Unsicher, was das bei euch kostet oder bringt?

Ehrliche Ersteinschätzung zu Aufwand, Nutzen und Alternativen, innerhalb von 1 Werktag.

Einschätzung anfragen →